Google +, ein Soziales Netzwerk mit dem Plus!
geschrieben von Sebastian am 04.Jul, 2011, unter Android, Internet
Das Soziale Netzwerk Facebook hat die meisten Konkurrenten verstummen lassen. Ob auf Studi-VZ, Mein-VZ, Lokalisten oder Wer-kennt-Wen überall ist die Aktivität auf ein Minimum gesunken. Um so erstaunlicher ist es, dass Google nun mit seinem Google + (G+) in dem Geschäft der Sozialen Netzwerke Fuß fassen möchte. Ob dies gelingt wird sich erst noch weisen, jedoch gibt es einige Ansätze die Erfolg vermuten lassen. Wie diese Ansätze aussehen und was G+ ausmacht, möchte ich euch in diesem Artikel näher bringen.
Was ist besonders an Google+?
Man könnte meinen das es langsam genügend Soziale Netzwerke gibt, und mit Facebook der bedarf voll und ganz gedeckt ist. Jedoch ist Facebook trotz das so viele es nutzen nicht gerade das beliebteste Netzwerk, was ganz klar der Privatsphärephilosophie von Facebook zuzuschreiben ist. Hier kommt Google+ gerade richtig. Wenn ich die Plattform bewerben müsste, würde ich sagen Plus = Das Plus an Privatsphäre, Transparenz und Kontrolle. Auf jeden Fall war das mein erster Eindruck. Nicht nur im Profil lässt sich jede Angabe einzeln für verschiedene Personen oder Kreise freigeben, sondern auch die Fotos und Nachrichten lassen sich freigeben oder wieder sperren sowie jederzeit löschen. Man kann auch zu jeder Zeit einsehen wer alles ein Foto oder einen Post sehen kann, des weiteren lässt sich das Teilen unterbinden und das geschriebene bleibt theoretisch unter dem ausgewählten Kreis.

Alles nur ein Circle.
Meiner Meinung nach das Erfolgsrezept von G+ ist die Anordnung der Kontakte in Kreisen. Wo alle Netzwerke auf Freunde und Beziehungen setzen, lässt Google die Kontakte in Kreise einsortieren. Wie im waren Leben sind nicht immer alle Freunde mit denen man zu tun hat und so gibt es vor eingerichtete Kreise bei der Anmeldung:
- Freunde
- Familie
- Bekannte
- Nur Folgen
Diese Liste lässt sich nach belieben erweitern und ändern. Noch dazu wird bei G+ das Konzept von Twitter aufgegriffen, wo das Interesse an dem geposteten nicht auf Gegenseitigkeit beruhen muss. Das bedeutet, nur weil ich eine Person oder deren News interessant finde, heißt es noch lange nicht das diese mich auch interessant finden muss. Aus diesem Grund gibt es auch keine “Freundschaftsanfrage” sondern man nimmt einfach die gewünschte Person in einen seiner Kreise auf und kann ab sofort seinen öffentlichen Posts folgen.
Natürlich hat man trotz allem volle Kontrolle darüber wer einem Folgt, so kann man Leute ignorieren mit denen man absolut nichts zu tun haben möchte und natürlich wird man informiert wenn man in einen Kreis aufgenommen wird.
Vom Circle zum Stream…
Der Stream ist seit Facebook und Twitter so gut wie jedem bekannt, bei dem einen heißt es Timeline, bei dem anderen “Neuigkeiten” und bei Google+ nennt es sich ganz einfach Stream. In dieser Übersicht findest du alles was die Leute aus deinen Kreisen mit dir teilen. Auch hier kommen deine Kreise zum Einsatz, denn unter dem allgemeinen Stream kannst du die geteilten Nachrichten nach deinen Kreisen filtern und somit auf einem Blick sehen was deine Freunde, die Leute aus deinem Verein oder deine Arbeitskollegen so zu sagen haben. Dies ist zwar auch auf Facebook möglich, jedoch gestaltet sich die Filterung bei G+ als einfacher. Das besondere findet man unter dem Punkt “Nicht in Kreisen”, hier befinden sich die Sachen die andere mit dir teilen wollen, die aber in keinem deiner Kreise sind. Ab und an hineinschauen lohnt sich hier also. Des weiteren lassen sich Posts stumm schalten, dies bezieht sich dann nur auf einen Post und nicht auf alle Posts der Person. Diese Funktion ist bei Facebook immer wieder verwirrend und in Twitter nur durch bestimmte Clients möglich.

Die Fotogalerie mit Picasa.
Das Fotoalbum bei G+ ist nicht nur hübsch arrangiert (in einer art Kollage) sondern für ehemalige Picasanutzer sogar sehr praktisch. Nun braucht man nicht immer zu verschiedenen Diensten zu wechseln sondern kann seine Webalben direkt von G+ aus verwalten. Dadurch behält man immer die Übersicht und man kann Fotos nicht nur mit Usern teilen die auch bei G+ sind, sondern eben weiterhin die Funktionen von einem extra Webalbum wie Picasa nutzen und Bilder darüber verteilen. Dadurch hat man einen Ort auf dem man alle Bilder verwalten kann und nicht wie bisher viele Dienste bei denen man irgendwann den Überblick verliert.
Für die Androidnutzer unter uns bietet die G+ App eine Besonderheit, sie kann automatisch alle mit dem Handy oder Tab gemachten Fotos und Videos in ein privates Album hoch laden, somit hat man immer alle Bilder auch am PC verfügbar.
Der Spark, ein Newsreader?
Hierzu mag ich die Beschreibung von der G+ Seite zitieren:
“Hat Ihr Großvater auch früher Artikel aus der Zeitung ausgeschnitten und sie Ihnen geschickt? Sparks macht etwas Ähnliches: Es sucht nach Videos und Artikeln, die Ihnen gefallen könnten, sodass Sie immer etwas zum Anschauen, Lesen oder Teilen haben.¨
In eigenen Worten würde ich sagen, dass der Spark eine Art gefilterter Newsfeed ist der einem auf die Interessen zugeschnittenen Nachrichten präsentiert. Hierzu gibt man einfach seine Interessen in den Spark ein und speichert diese ab. Mit einem Klick kann man dann durch alle Interessengebiete durch schalten.
Videofonie ist in und mit Hangout sogar zu 10. möglich!
Hangout soll es ermöglichen mit bis zu 10 Kontakten einen Gruppen Videochat auf zu machen. Leider bot sich mir mangels Kontakten noch keine Möglichkeit dies zu testen, daher kann ich dazu nicht mehr sagen, nur dass die Idee richtig nett ist.
Mein Fazit:
Ich finde Google + hat das Zeug dazu gegen Facebook anzutreten und bringt einige sehnlichst erwartete Einstellmöglichkeiten sowie Transparenz mit sich. Trotz das der Dienst noch in den Kinderschuhen steckt und nur wenigen zur Verfügung steht, da Google die menge der User kontrolliert die sich täglich neu anmeldet, scheinen die Funktionen schon sehr ausgereift zu sein. Noch dazu präsentiert sich G+ sehr übersichtlich und einfach in der Bedienung. Ich würde mir nur noch eine Verknüpfung von Youtube und G+ wünschen, das würde mit Sicherheit auch einen Nutzen bringen.
Nachtrag: Was auch noch sinnvoll wäre, ist eine verknüpfung zwischen den Kreisen und den Gruppen von Googlemail.
In den Nächsten Tagen werde ich noch Mal ein paar Bilder einstellen und auch noch einen Artikel der näheres über G+ berichtet.
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